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Nach den tollen Tage: "Gut genug - 7 Wochen ohne " PDF  | Drucken |  E-Mail

Freiheit von ... schafft Raum für Neues

 

Abstinenz oder Enthaltsamkeit ist für Guttemplerinnen und Guttempler ein vertrauter Begriff, leben sie doch alkohol- und suchtmittelfrei. Und es ist dieses Gefühl der "Freiheit von…", die auch mit den Fastenaufrufen für die Passionszeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag gemeint ist.

Es ist eine uralte christliche Tradition, der viele Menschen folgen, in der Fastenzeit bewusst auf Alkohol, Süßigkeiten, Milch oder Fleisch zu verzichten. Oder auf Zigaretten, Internet oder Fernsehen.

Doch das Ziel ist nicht der verkniffene Verzicht an sich, sondern die persönlichen Alltagsgewohnheiten zu überprüfen, um Raum zu schaffen für Neues.

Etwa 11 Millionen verzichten auf Nahrungs- undGenussmittel

Mehr als zwei Millionen Menschen folgen heute der Fastenaktion "7 Wochen ohne", die 1983 von einer Gruppe Journalisten und Theologen ins Leben gerufen wurde und mit 70 Teilnehmer/innen begann.

Die Gesamtzahl der Deutschen, die sagten, dass sie während der Fastenzeit auf bestimmte Nahrungs- und Genussmittel verzichten wollen, lag 2007 laut einer forsa-Umfrage bei etwa 11,5 Millionen.

7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz

Der Freiheit vom Zwang zur ständigen "Selbstoptimierung" gilt der diesjährige Aufruf der Evangelischen Kirche: "Gut genug - 7 Wochen ohne falschen Ehrgeiz". Gemeint ist die Freiheit vom steten Ansporn - durch uns selbst und von außen, - der weithin Teil unseres Alltags geworden ist nach dem Motto: "Jeden Tag ein bisschen besser!"

Ob das Kind in der Schule, die Eltern, Arbeitnehmer/in, Vorgesetzte, Freizeitsportler/in, ständige Diätler/innen, die gesuchten "Superstars" - sie alle setzen sich selbst Druck, es immer besser zu machen, und werden durch die Umwelt angespornt, sich noch mehr zu verbessern. Und ist das Ziel erreicht, wird gleich ein neues ausgerufen, es muss überboten werden. Jeder könnte besser, schneller, attraktiver sein!

Ich bin gut genug - es ist genug!

Wer sich outet und sich zu seinen Grenzen und Schwächen bekennt, gilt oft als Versager. Es wird leicht zur Bankrotterklärung der eigenen Chancen.

Sieben Wochen lang sich zu sagen: "So wie ich bin, bin ich gut genug!" oder: "Bis hierhin - jetzt ist es genug!" - das ist für viele nicht leicht und eine echte Lernaufgabe. Es eine Erprobung von Zufriedenheit mit dem Gegebenen, mit dem, was wir haben.

Glück mag keine Zukunftspläne

Und wir werden uns wieder einmal bewusst, dass wir Glück nicht organisieren können. Statt zu denken. "Wenn ich das noch erreiche! Wenn ich das noch besitze, dann bin ich glücklich!", können wir lernen, bewusst unsere Augen für die vielen kleinen Glückmomente in unserem Leben öffnen.

Glück liegt weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft, es mag keine Zukunftspläne. Glück ist immer der Augenblick.
JF 02/2012