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Überwältigende Mehrheit für Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch Jugendlicher PDF  | Drucken |  E-Mail

Eindeutiger Aufruf an die Politik zum Handeln:

Vier konkrete Maßnahmen gegen Alkoholmissbrauch Jugendlicher

 

Eine gewaltige Zustimmung finden in der Bevölkerung konkrete Maßnahmen, die den Alkoholmissbrauch durch Kinder und Jugendliche eindämmen könnten. Das ergab eine repräsentative Umfrage von tns emnid, einem der größten Meinungsforschungsinstitute in Deutschland.

Im Auftrag des Guttempler-Internetportals "www.alkoholpolitik.de" hatte Emnid im Dezember vergangenen Jahres über 1.000 Menschen danach befragt, wie sie vier praktische Maßnahmen einschätzen, mit denen der Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen gesenkt werden könnte.

1.     Alkoholverbot im Öffentlichen Nahverkehr   - 87 Prozent stimmen dafür

Sollte der Alkoholkonsum im öffentlichen Personennahverkehr, also z. B. in Bussen, U- oder S-Bahnen,
generell verboten werden?

87 Prozent der Befragten stimmten zu, 13 Prozent sprachen sich dagegen aus.

Neun von zehn Personen gaben ein überwältigendes Votum für ein Alkoholverbot in Bussen und Bahnen ab, das durch die bisherigen Erfolgsberichte von Verkehrsunternehmen gestützt wird, die dieses Verbot bereits eingeführt und damit beste Erfahrungen gemacht haben.

2.     Kontrolle durch Testkäufe?                           - 82 Prozent stimmen dafür

Um die Einhaltung des Jugendschutzes zu überprüfen, werden mancherorts sogenannte "Testkäufe" mit jugendlichen Testkäufern (unter 18 Jahren) durchgeführt. Sind sie für oder gegen solche "Testkäufe"?

82 Prozent der Befragten stimmten zu, 17 Prozent sprachen sich dagegen aus, 1 Prozent konnte sich nicht entscheiden.

Auch hier befürworteten vier von fünf Personen eindeutig Alkohol-Testkäufe durch Minderjährige, um die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes zu kontrollieren. Bei Befragten aus Familien mit Kindern war die Zustimmung noch größer.

3.     Altersangabe auf Alkoholflaschen?              - 75 Prozent stimmen dafür

Sollte auf Flaschen mit alkoholischen Getränken (auf dem vorderen Etikett) deutlich die, entsprechend dem Jugendgesetz, geltende Altergrenze aufgedruckt werden?

75 Prozent der Befragten stimmten zu, 24 Prozent sprachen sich dagegen aus, 1 Prozent konnte sich nicht entscheiden.

Drei von vier Personen bejahen, dass auf dem vorderen Etikett auf alkoholhaltigen Getränkeflaschen Verkaufsverbote an Minderjährige deutlich lesbar sind.

4.     Alkohol erst ab 18 ?                                     - 60 Prozent stimmen dafür

Sind Sie für oder gegen Anhebung des Jugendschutzalters für alle alkoholischen Getränke (also auch Bier, Wein undSekt) auf 18 Jahre?

60 Prozent der Befragten stimmten zu, 39 Prozent sprachen sich dagegen aus, 1 Prozent konnte sich nicht entscheiden.

Immerhin noch sechs von zehn Personen befürworteten, dass das Jugendschutzalter für sämtliche alkoholischen Getränke auf 18 Jahre angehoben wird. Zur Zeit können 16-Jährige noch Bier, Wein und Sekt kaufen.


Jetzt ist die Politik am Zuge

Es lässt sich also etwas gegen den Alkoholmissbrauch - bis hin zum Komasaufen - durch Kinder und Jugendliche tun. Dieses Problem wird oft von der Politik angesprochen und bedauert.

Doch die Bundesregierung ist jetzt am Zuge, konkrete Maßnahmen, die die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung bejaht, möglichst zügig in eine Rechtsform zu gießen und geeignete Kontrollen zu institutionalisieren. Dies ist seit langem eine Forderung der Guttempler in Deutschland, die auch ein ausführliches "Alkoholpolitisches Programm" verfolgen.

"Wir unterstützen diese Ideen, denn sie bieten einen effektiven Schutz gegen das Komasaufen Jugendlicher und alkoholisierte jugendliche Randalierer", bewertet Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellv. Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK, die Befragungsergebnisse, die jetzt von der Barmer an die Presse gegeben wurden. Von daher sei die Bundesregierung gefordert, diese Anregungen in der Erarbeitung ihrer Präventionsstrategie aufzunehmen.

Guttempler-Projekt www.alkoholpolitik.de

Die Barmer GEK unterstützt das Projekt "www.alkoholpolitik.de" im Rahmen der Selbsthilfeförderung. Das Internetportal entstand auf Initiative der Guttempler in Deutschland, um den riskanten und übermäßigen Alkoholkonsum in Deutschland und seine Folgen zu minimieren.

Quelle und Näheres: www.barmer-gek.de/presse, www.alkoholpolitik.de
JF 02/2012